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Einladung zum Gottesdienst

Wohnzimmergottesdienst für den 1. Advent 2020

Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

 

Liebe Gemeinde,

heute feiern wir den ersten Advent. Die Vorbereitung auf Weihnachten hat begonnen. In diesem Jahr ist es eine eigentümliche Zeit voller Unsicherheiten. Trotzdem wird es Weihnachten. Gott kommt zu uns.

 

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Gebet

Gott, an diesem ersten Advent feiern wir zu Hause Gottesdienst. Wir bringen unsere Sorgen und unsere Hoffnungen vor dich. Sei du uns nahe, Gott. Bereite uns darauf vor, dass dein Sohn zu uns kommt. Amen.

 

Psalm 24

Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe! Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar. Amen.

 

Lesung Matthäus 21, 1-11

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): "Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers." Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der? Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.

Als Antwort auf das Evangelium sprechen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Predigt

Liebe Gemeinde,

jeder der vier Adventssonntage hat ein bestimmtes Thema. Am ersten Advent ist es der Einzug Jesu in Jerusalem. Die Evangelien erzählen, wie Jesus von den Menschen als König begrüßt wird. Matthäus bringt die Art, wie Jesus nach Jerusalem einzieht, mit einer Prophezeiung des Propheten Sacharia in Verbindung. Dort heißt es:

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird        Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum  andern und vom Strom bis an die Enden der Erde. (Sacharia 9, 9-10)

Wie empfangen wir Jesus? Dies ist die Leitfrage des ersten Advents. Freuen wir uns, dass er kommt und begrüßen wir ihn als den von Gott gesandten Retter? Was trauen wir ihm zu? Geht es in der Adventszeit um Kerzenromantik und Krippenfolklore, oder erwarten wir von Gott, dass er in unser Leben hineinwirkt. „Hosianna!“ bedeutet „Herr, hilf doch!“ Dies ist es, was die Erwartung der Menge charakterisiert. Von Jesus erwarten sie Hilfe, Hoffnung und Heilung.

Gott sandte seinen Sohn in eine Zeit voller Bedrängung. Das Land Israel war von den Römern besetzt, die Freiheit der Juden war eingeschränkt. Viele hofften auf einen neuen Anführer, der die Besatzer vertreiben und dem Volk die Freiheit zurückgeben würde. Denn bei Sacharia heißte es: „Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden.“ Viele hofften, dass Jesus dieser Befreier sei. Er kam nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel, er war arm und stellte so die Erwartungen der Leute auf den Kopf. Denn Jesus kam nicht als mächtiger König, sondern begegnete den Menschen auf Augenhöhe. Die Geschichte vom Einzug in Jerusalem steht am Anfang der Adventszeit, weil sie schon darauf hinweist, dass Jesus auf dem Weg in das Leiden ist. Golgatha ist am Horizont schon zu sehen.

In diesem Jahr erleben wir Weihnachten in einer Zeit voller Unsicherheit: Diesmal ist es keine Bedrängung durch Menschen. Das Corona-Virus schränkt uns ein. Es ist schwerer zu durchschauen als eine Besatzungsmacht, dafür können wir ihm leichter Widerstand leisten. Schon ein Stück Stoff vor Mund und Nase begrenzt die Macht des Virus, ein gewisser Abstand bremst es aus. Schwer auszuhalten ist die Einsamkeit und die Distanz, die dies mit sich bringt. Das fällt uns schwer. Umso wichtiger ist in diesem Jahr die Botschaft des Weihnachtsfestes: Jesus kommt zu uns. In ihm wendet sich Gott uns Menschen zu. In der Adventszeit bereiten wir uns darauf vor, ihn zu empfangen. Wir führen uns die Verheißungen Gottes wieder vor Augen und sie so lesen, als wären sie für uns gesagt.

 

Gebet

Wir bitten Dich Gott, hilf uns über die Einsamkeit und die Einschränkungen dieser besonderen Adventszeit hinweg. Hilf uns deine Zusagen als Zusagen für uns zu hören und dir zu vertrauen. Amen.

 

Wir beten das Vaterunser, das uns mit Christen weltweit verbindet.

 

Zum Schluss bitten wir um den Segen: Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

 

Wenn Sie ein Gespräch möchten oder ein Gebetsanliegen teilen möchten, rufen Sie mich an.

 

Ich freue mich auf Sie.    Tel.: 0151 12409974.

                                              

Seien Sie behütet und bleiben sie gesund! Ihr Matthias Kraft, Pfarrer

 

Texte aus: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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